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 Akademische Feier
Akademische Feier
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Theologische Fakultät Trier

Pressebericht vom 3. November 2008

Schnappschüsse von der Feier

Akademische Feier

Am 27. Oktober 2008 wurde das neue Studienjahr 2008/09 an der Theologischen Fakultät Trier mit einer Akademischen Feier eröffnet.

Nach der Begrüßung durch den Rektor der Theologischen Fakultät, Prof. Dr. Reinhold Bohlen, wandte sich zunächst der Vorsitzende des AStA, Michael Ternes, an die Anwesenden mit der grundsätzlichen Frage: „Warum eigentlich Theologie studieren?“ Nun, die Theologie stelle, so Ternes, das letzte der so genannten Universalstudien dar, das den Menschen in seiner Existenz und Verwiesenheit ganzheitlich in den Blick nehme. Sie versetze einen immer wieder neu existenziell in Unruhe und gebe den Blick frei „auf die Geschichte der größten und abenteuerlichsten Suche des Menschen“. „Theologe werden“, so fasste Ternes schließlich zusammen, „heißt also: Als Wissenschaftler offen sein für jegliche Dimension, für das Wissen der Zeit, für die Glaubensüberzeugungen so vieler Generationen, offen sein aber auch für den, der nach unserem Glauben das Urwort der Theologie gesprochen hat.“

Im Anschluss an seine Ansprache gab sich der Vorsitzende des AStA noch die Ehre und verlieh Herrn Prof. Dr. Josef Steinruck für seine über 25-jährige Tätigkeit als Studiendekan im Namen der Studierendenschaft den Ehrentitel „Pater discipulorum theologiae“. Das gemeinsam mit der Urkunde überreichte „Wein-Modul“ könne, wie Ternes unterstrich, vom Studiendekan nach Belieben „im Rahmen einer Modul- oder Modulteilprüfung, alleine oder kollegial verköstigt werden“.

Im Namen der Theologischen Fakultät Trier begrüßte sodann der Studiendekan die insgesamt 66 Studierenden im ersten Fachsemester der nun mehr modularisierten theologischen Studiengänge „Bachelor of Education“ (Lehramt) und „Magister Theologiae“ (Vollstudium) sowie Theologie als Nebenfach. Die Gesamtzahl der Studierenden an der Theologischen Fakultät sei, wie Steinruck mitteilte, gegenüber dem Vorjahr von 431 auf fast 450 erneut gestiegen. Dabei habe sich die deutliche Mehrzahl der Frauen entsprechend der Tendenz der letzten Jahre weiter ausgeprägt. Von den neuen Studierenden verfolgten 54 das Theologiestudium im Rahmen des Kooperationsvertrages mit der Universität Trier, zwölf seien an der Theologischen Fakultät Trier eingeschriebenen. Letzteren überreichte der Rektor feierlich ihr Studienbuch, Zeichen der Zugehörigkeit zur Fakultät.

Im Anschluss hielt der Dekan der Theologischen Fakultät Trier, Prof. Dr. Michael Fiedrowicz, einen Vortrag zum Thema: „Theologe werden – in der Schule des Origenes“. Um eine Sache zu verstehen, so der Dekan, sei es manchmal hilfreich, ihr Entstehen zu betrachten, auf ihre Anfänge zu blicken; so auch bei der Theologie. Was es bedeute, Theologie zu studieren, ein Theologe zu werden, das lasse sich besonders gut an der Person des Origenes, einem Theologen des ausgehenden zweiten und beginnenden dritten Jahrhunderts, ablesen.

Für Origenes, der selbst eine eigene Studienstätte errichtet habe, sei es wesentlich gewesen, dass Theologie nicht nur gelehrt, sondern auch gelebt werde. Ein Theologe im recht verstandenen Sinne sei jemand, der – mit Origenes gesprochen – „Deuter der Worte Gottes für die Menschen“ sei, jemand der „die Botschaften Gottes versteht, als ob Gott mit ihm redete, und sie den Menschen weitergibt, dass diese sie vernehmen“.

Zentrales Anliegen des Origenes, so Fiedrowicz weiter, sei gewesen, die Liebe zum „Logos“, dem fleischgewordenen Wort Gottes, zu entfachen. Von daher sei es auch nicht verwunderlich, dass Origenes sein Studienprogramm ausgerechnet innerhalb des Kommentars zum Hohelied entworfen habe. „Liebe will erkennen“, so brachte es der Dekan auf den Punkt. Die Sorgfalt des Erkennens sei dabei eine innere Forderung der Liebe. Aus diesem Grund habe Origenes auch die Urteils- und Kritikfähigkeit seiner Schüler am Herzen gelegen. Wesentlich sei es daher für einen Theologen damals wie heute, eine Vielzahl von verschiedenen Autoren und Auffassungen zu studieren, wobei dem Studium der Quellen, vor allem der Heiligen Schrift, eine besondere Bedeutung zukomme. Ein wirklicher Theologe mache, so Origenes, „durch (Bibel-)Lektüre sein Herz zu einer Bibliothek des göttlichen Wortes“.

Origenes habe, wie Fiedrowicz abschließend betonte, Theologie stets „vor dem Angesicht Gottes“ betrieben. Das Gebet sei, wie Origenes sich ausdrücke, „am notwendigsten zur Erkenntnis der göttlichen Dinge“. Daher müsse sich jeder Theologe fragen, ob man seinem Beten eigentlich anmerken könne, dass er Theologie studiere, und ob umgekehrt sein Leben mit Gott bis in die Theologie vordringe. Schließlich gehe es auch darum, so der Dekan, Theologie stets aus dem Glauben der Kirche heraus zu betreiben und sich, wie Origenes, in allem dem Urteil der Kirche zu unterstellen. Beides gehöre dabei zusammen: Denken und Leben, Theorie und Praxis. „Im Sinne der Kirche denken, im Sinne der Kirche leben, das sind für Origenes die beiden wesentlichen Voraussetzungen, um die Wahrheit zu erkennen und die Mysterien des Glaubens zu verstehen.“

Auf dem Höhepunkt der stimmungsvollen Feier, die durch anregende Jazz-Klänge auf der Querflöte (Andrea Smith) und dem Piano (Cornelius Sturm) musikalisch umrahmt wurde, überreichte der Rektor der Theologischen Fakultät Trier den Absolventinnen und Absolventen des letzten Sommersemesters feierlich ihre Diplomurkunden. Insgesamt 15 Studierende haben im Studienjahr 2007/08 das Diplom in Theologie an der Fakultät erworben; 13 Studierende haben erfolgreich die Erste Staatsprüfung im Fach katholische Religionslehre abgelegt (10 für das Lehramt an Gymnasien, 3 für das Lehramt an Realschulen). Im Namen der Absolventinnen und Absolventen sprach Herr Marco Weber Dankesworte.

Bevor der Abend, an dem auch zahlreiche „Silberjubilare“ teilnahmen, die das Diplom an der Theologischen Fakultät Trier vor 25 Jahren erworben hatten, bei einem Glas Wein seinen geselligen Abschluss fand, ließen sich die Anwesenden nicht lange bitten und erfüllten, auf Einladung der frisch diplomierten Theologen, die ehrwürdige Promotionsaula mit gemeinsamen Gesang: „Gaudeamus igitur“ – „Nun lasst uns also froh sein“.

Raphael Edert